So hilft EinTritt - Ein Beispiel von 22 Menschenleben

Ohne Hilfe keine Chance! | © Trier bewegt e.V."Eine direkte Re-Integration obdachloser Menschen ist machbar", so urteilt die Kampagne EinTritt In anderen Worten: Es ist nicht nur eine vage Möglichkeit, sondern tatsächlich machbar Menschen aktiv behilflich zu sein, um diese aus dem Teufelskreis von Armut und Abhängigkeit zu befreien.  Durch Offenheit, direkten Umgang und offensive Bemühungen kann man durchaus auch großflächig Veränderung erreichen. So kann z.B. eine niedrigschwellige Unterbringung und die kontinuierliche Begleitung durch ein verständnisvolles Team, wie sie durch die Resozialisierungs-Station von EinTritt gewährleistet wird, den entscheidenden Schritt in die richtige Richtung darstellen, der das Leben von Menschen nachhaltig positiv beeinflusst.

Von Mai 2010 bis März 2012 konnte durch das Engagement von Ehrenamtlichen bisher 22 Personen auf dem Weg aus der Obdachlosigkeit geholfen werden. Diese 22 Menschen, die aus dem sozialen Sicherheitsnetz gefallen sind und alleine nicht die Kraft hatten zurück ins Leben zu finden, erhielten so eine zweite Chance. Doch nicht alle Fälle wurden zu einem wünschenswerten Ergebnis geführt. Für manche war das nur der erste Schritt auf einem langen Weg.

Im Folgenden soll ein kurzer Einblick in die Biografie dieser Menschen die Arbeit der Kampagne 'EinTritt - Die Würde des Menschen...' greifbar und verständlich illustrieren. Personen- und ortsbezogene Daten können zum Schutz der Privatsphäre verändert worden sein.

Armin G. war die erste Person, der vom EinTritt-Team aus der Obdachlosigkeit geholfen wurde. Jahrelang hatte der gelernte Schreiner und Vater von vier Kindern ein Leben am Rande des Existenzminimums geführt. Die Lage eskalierte, als ihm durch seine sich steigernde Alkoholabhängigkeit, verloren gegangene Post und verpasste Termine bei der ARGE die staatliche Unterstützung in Form von Hartz IV gestrichen wurde. Der Verlust seiner Wohnung und das darauf im November 2009 folgende Leben auf der Straße waren die schwerwiegenden Folgen...  >> Weiter! >>

Der Weg von Jörg B. war wesentlich schwerer als der von anderen und hat unseren Mitarbeitern viel Kraft gekostet. Der an Polytoxikomanie erkrankte Straßenmusiker konnte aufgrund von Polyneuropathie kaum noch laufen. Der 40-Jährige war wegen seinen zahlreichen Erkrankungen nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen, geschweige denn die ihm zustehende sozialstaatliche Unterstützung zu beantragen. Ohne die Hilfe seiner ebenfalls obdachlosen Freunde hätte er möglicherweise den Winter 2009/2010 nicht überlebt...  >> Weiter! >>

Robert P. ist ein Freund von Armin G.Jörg B. und Elke M. und lebte mit ihnen zusammen in dem Hinterhof eines leerstehenden Wohnhauses. Der aus Tschechien stammende 34-Jährige verlor als Kind beide Eltern. Früh zog es ihn hinaus in die Welt. Er bereiste bis auf zwei Länder alle europäischen Nationen, spricht mehrere Sprachen und schlug sich mit Gelegenheitsjobs und Straßenmusik durch. Auf seiner Reise begann er mit Drogen zu experimentieren und exzessiv Alkohol zu trinken...  >> Weiter! >>

Elke M. lebte zusammen mit Armin G., Jörg B. und Robert P. auf der Straße. Der Kontakt mit Elke M. bewegte sie dazu, sich eigenständig nach einer Unterkunft zu bemühen und ihren Alkoholkonsum einzuschränken. Freunde haben die 42-Jährige aufgenommen und geholfen ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Die Obdachlosenszene meidet sie heute.

Matthias K. war eigentlich nur auf der Durchreise. Die stetige Begleiterin und einzige Vertraute des gesellschaftlich isolierten Obdachlosen war seine Katze Skambi. Sie half ihm die bittere Einsamkeit, die das Straßenleben mit sich bringt, zu überwinden und nicht in den Wahnsinn getrieben zu werden, wie er selbst sagt. Doch das innige Verhältnis zu seiner Katze wurde durch eine Auseinandersetzung mit einem Polizeibeamten beendet. Dabei ging es um einen missverständlichen Wortwechsel, wobei die schockierte Katze floh und Herr K. den Beamten daraufhin beleidigte. Dieser brachte die Beleidigung zur Anzeige...  >> Weiter! >>

Rudolf S. hatte Streit mit seiner Freundin, die ihn kurzerhand vor die Tür setzte. Der 53-jährige Arbeitslose befand sich nun im Teufelskreis: keine Arbeit, dann auch keine Wohnung - keine Wohnung, dann auch keine Arbeit. So lebte er einige Monate auf der Straße, wo er von den Erfolgen von EinTritt erfuhr und bei unseren Mitarbeitern um Hilfe bat. Diese konnten ihm mit Unterstützung von Raimund Ackermann des Streetwork Trier e.V. bei der Vermittlung einer Arbeitsstelle und einer Wohnung helfen. Herr S. wechselte später seinen Arbeitgeber und begann sich ebenfalls für andere Obdachlose sowie bei seinem Vermieter als Hausmeister zu engagieren.

Manuel D. wollte in Trier nur überwintern. Der diplomierte Ökonom und examinierter Krankenpfleger kam dazu in die Reso-Station von EinTritt, wo er tatkräftig beim Tagesablauf mithalf. Der 34-Jährige verlies nach einem Ehebruch Frau und Kind und ging freiwillig in die Obdachlosigkeit. Nach einigen Jahren auf der Straße erkrankte er an einem bösartigen Krebstumor. Um mit sich und seinem Gott im Klaren zu sein, wollte er zu einem Wallfahrtsort pilgern. Doch es kam anders...  >> Weiter! >>

Der aus Luxemburg stammende Francois A. war Gast in der Reso-Station und lies sich von der Bewegung "Weg von der Straße" anstecken, doch weigerte er sich eine Suchttherapie in Anspruch zu nehmen. Auf eigene Faust den Alkoholkonsum unter Kontrolle zu bekommen, war schwer. Doch bewies Herr A. viel Ausdauer und gab die Hoffnung nicht auf. Da kam die Haftstrafe wegen unbezahlter Rechnungen gelegen, denn diese brachte eine medizinisch betreute Entgiftung mit sich...  >> Weiter! >>

Louis P. ist Bäckermeister und besaß einmal eine Bäckerei in Frankreich. Durch einen Motorradunfall fiel der heute 52-Jährige ins Koma. Als er aus dem Koma erwachte, musste er seinen Betrieb aufgeben und entwicklete eine Spielsucht, die ihn um sein verbliebenes Vermögen brachte. Seine Frau verließ ihn und er wurde obdachlos...  >> Weiter! >>

Johannes O. wohnte im Wald und mied meistens menschliche Kontakte. Der ehemalige DDR-Beamte leidet unter Schizophrenie, was eine Wiedereingliederung sehr schwierig gestaltete, vor allem da der 42-Jährige sich seine Erkrankung keinesfalls zugestand...  >> Weiter! >>

Heinz K. lebte unerlaubterweise in der Gartenlaube eines Kleingartenvereins und vom Pfand gesammelter Flaschen. Herr K. war einst Kellner gewesen, doch musste der 46-Jährige seine Lebenspläne über Bord werfen, als er seine Arbeitsstelle verlor. Eine neue fand er nicht mehr. Die Schulden nahmen zu und irgendwann verlor er seine Wohnung...  >> Weiter! >>

Raphael L. war Wandergeselle. Der 27-Jährige Zimmermann kehrte nach Beendigung seiner Walz nicht mehr nach Hause zurück. Das Reisefieber hatte ihn fest in seinem Bann. Herr L. kam nach Trier und lebte einige Monate in der Reso-Station, wo er sich ehrenamtlich engagierte. Nach den vielen Erlebnissen mit den Bewohnern, die meistens unfreiwillig auf der Straße lebten, beendete er prompt seine Walz und ging zurück zu seiner Familie. Nach etwa zwei Monaten in der Heimatstadt nahm er eine befristete Stelle in Norwegen auf.

Sebastian H. ist Vater von zwei Kindern. Der 33-Jährige begann mit seiner Lebensgefährtin eine Drogenkarriere, weshalb das Jugendamt ihnen die Kinder wegnahm und in die Obhut seiner Mutter übergab. Nach zahlreichen Rückschlägen im Leben machte das Paar Schluss mit dem Drogenkonsum, doch trennte es sich danach im Streit. Beide verließen die gemeinsame Wohnung und Sebastian H. wurde obdachlos...  >> Weiter! >>

Der 38-jährige Hartz-IV-Empfänger Jens L. verlor seine Wohnung im November 2011. Nur blieb er nicht besitzlos. Seine umfangreiche Büchersammlung von 15 vollen Kartons flog mit ihm auf die Straße. Jens L. war sehr bemüht schnell eine Lösung zu finden und so stieß er bald auf EinTritt. Zusammen konnte trotz katastrophaler Wohnraumsituation eine Wohnung gefunden werden. Jens L. zog dort noch im Dezember ein.

Der 20-Jährige Daniel M. sank durch Straftaten immer weiter nach unten. Es war nicht die Schwere der Taten als vielmehr die Wiederholung, die ihn in die Vollzugsanstalt brachte. Nach dem Absitzen seiner Strafe fand er keine Wohnung und keine Arbeit. Der Alkoholkonsum nahm zu...  >> Weiter! >>

Joshan B. kam aus Albanien. Nach zehn Jahren herum irren auf dem europäischen Kontinent, hoffte er in Deutschland wieder ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Herr B. besaß vor über zehn Jahren eine kleine Firma in Albanien...  >> Weiter! >>

Wilhelm W. kam als Gast zur Reso-Station. Der deutsch-französisch Stämmige hatte noch mentale Kraft, nur keine Motivation mehr. Nach dem Verlust der Arbeitsstelle und der Trennung mit seiner Lebensgefährtin zog es ihn auf die Straße. Dort verbrachte der 43-Jährige einige Zeit und griff immer öfters zur Flasche...  >> Weiter! >>

Alexandra L. ist 15 Jahre alt und davon gelaufen. Sie befand sich in einer psychiatrischen Klinik. Ein Mann aus der Trierer Obdachlosenszene brachte sie zur Reso-Station. Von dort aus wurde Kontakt zu den besorgten Eltern des Mädchens aufgenommen. Alexandra L. konnte heil zurück gebracht werden.

Durch Bewohner der Reso-Station kam Konrad K. zu EinTritt. Der 34-Jährige schaffte nach einem Aufenthalt in der Justizvollzugsanstalt den Wiedereinstieg nicht. Durch einen darauf folgenden Suizidversuch verursachte er sich schwere Kopfverletzungen. Psychische Schwierigkeiten waren die Folge. Er entwickelte ein starkes Misstrauen gegenüber Menschen, insbesondere Personen von Institutionen und Behörden. Deshalb nahm er auch keinerlei Unterstützung in Anspruch. Doch das niedrigschwellige Angebot der Reso-Station gefiel ihm und er verbrachte immer mehr Zeit mit den Bewohnern...  >> Weiter! >>

Jonathan E. hat zwei Jahrzehnte Straßenleben hinter sich. Nach einem Wechsel des Vermieters verlor der ehemalige Kleinunternehmer seinen Unternehmensstandort in Duisburg. Mit seiner Familie zog er nach Trier, schaffte es aber nicht einen neuen Kundenstamm aufzubauen. Die Ehe begann zu kriseln und nach der Scheidung gab der heute 65-Jährige sein Unternehmen auf. Er veräußerte seinen gesamten Besitz und überschrieb das Geld seinen zwei Töchtern. Danach ging er in die Obdachlosigkeit...  >> Weiter! >>

Michael F. las in der Zeitung von Armin G. und Robert P. und will auch der Straße entfliehen. Der 50-Jährige Elektriker ist Gast in der Reso-Station und schläft dort gelegentlich. Gerne würde er irgendwo fest wohnen, doch der allabendliche Alkoholkonsum beeinflusst ihn zu stark um alleine eine Wohnung zu finden. Sein Vertrauen in andere Personen ist auch noch zu schwach, um sich damit helfen zu lassen. Wenn er den nötigen Antrieb für eine Alkoholtherapie bekommt, wird EinTritt ihm dabei unterstützen.

Henry A. zählt zu den immerwiederkehrenden Gästen der Reso-Station. Mit einer langjährigen Drogenkarriere hat er sich ins soziale Abseits manövriert. Therapie und Betreuung haben ihm dort nicht rausgeholfen, denn nach dem Heroin kamen Alkohol und Medikamentenabhängigkeit...  >> Weiter! >>

Armin G.

Armin G. war die erste Person, der vom EinTritt-Team aus der Obdachlosigkeit geholfen wurde. Jahrelang hatte der gelernte Schreiner und Vater von vier Kindern ein Leben am Rande des Existenzminimums geführt. Die Lage eskalierte, als ihm durch seine sich steigernde Alkoholabhängigkeit, verloren gegangene Post und verpasste Termine bei der ARGE die staatliche Unterstützung in Form von Hartz IV gestrichen wurde. Der Verlust seiner Wohnung und das darauf im November 2009 folgende Leben auf der Straße waren die schwerwiegenden Folgen.

Mithilfe des regelmäßigen Kontaktes und den daraus hervorgehenden stärkenden Gesprächen gelang es Armin G. seinen Wunsch dem Alkohol zu entrinnen zu festigen. Nach der Entgiftung kam es zwei Monate später dennoch zu einem Rückfall. Herr G. war zu diesem Zeitpunkt immer noch obdachlos. In diesen zwei Monaten wurde er bei der Stadt angemeldet, neue Anträge auf Hartz IV und eine Krankenversicherung gestellt. Armin G. gab trotz des Rückfalls nicht auf und konnte dank einer unbürokratischen Arbeitsweise direkt in die Fachklinik Vielbach zur Therapie eingewiesen werden.

In Vielbach engagierte Armin G. sich für seine Mitpatienten und wurde zum Gruppensprecher der Patienten gewählt. Nach der Therapie nahm er seit vielen Jahren zum ersten Mal Kontakt zu seinen Kindern auf, fand eine Wohnung und erhielt beim Bürgerservice Trier eine Beschäftigung.

Armin G. leitet heute eine Selbsthilfegruppe für Alkoholiker und ist festes Mitglied im Verein Trier bewegt e.V.

Daniel M.

Der 20-Jährige Daniel M. sank durch Straftaten immer weiter nach unten. Es war nicht die Schwere der Taten, als vielmehr die Kontinuität, die ihn in die Vollzugsanstalt brachte. Nach dem Absitzen seiner Strafe fand er keine Wohnung und keine Arbeit. Der Alkoholkonsum nahm zu.

Wegen Verstoßes gegen das Alkoholverbot bekam er Hausverbot im örtlichen Obdachlosenasyl. In der Reso-Station erhielt Herr M. eine Postadresse. Dort half er auch freiwillig bei Renovierungsarbeiten. Daniel M. hat noch eine Strafe auszusitzen und wartet auf den Haftbeginn.

Fancois A.

Der aus Luxemburg stammende Francois A. war Gast in der Reso-Station und lies sich vom Trend "Wieder weg von der Straße" anstecken, doch weigerte er sich eine Suchttherapie in Anspruch zu nehmen. Auf eigene Faust den Alkoholkonsum unter Kontrolle zu bekommen, war schwer. Doch bewies Herr A. viel Ausdauer und gab die Hoffnung nicht auf. Da kam die Haftstrafe wegen unbezahlter Rechnungen gelegen, denn diese brachte eine medizinisch betreute Entgiftung mit sich.

Nach über einem Jahr Kontakt mit EinTritt und der Unterstützung seiner Bewährungshilfe konnte Herr A. seine Formalitäten regeln, eine Wohnung und anschließend eine Arbeitsstelle finden. Francois A. bemüht sich weiterhin äußerst tapfer seine Schulden zu regulieren und sich Stück für Stück aus der Armut heraus zu arbeiten.

Heinz K.

Heinz K. lebte unerlaubterweise in der Gartenlaube eines Kleingartenvereins und vom Pfand gesammelter Flaschen. Herr K. war einst Kellner gewesen, doch musste der 46-Jährige seine Lebenspläne über Bord werfen, als er seine Arbeitsstelle verlor. Eine neue fand er nicht mehr. Die Schulden nahmen zu und irgendwann verlor er seine Wohnung.

Aus Angst, dass er wegen den unbezahlten Schulden verhaftet werden könnte, nahm er kein Geld mehr vom Arbeitsamt in Anspruch und versuchte sich alleine durchzuschlagen. EinTritt-Mitarbeiter wurden auf ihn Aufmerksam und ließen Herrn K. in die Reso-Station einziehen. Nach zwei Monaten konnte er in eine Arbeitsstelle vermittelt und eine Schuldenregulierung begonnen werden. Heinz K. fand auch eine neue Unterkunft.

Johannes O.

Johannes O. wohnte im Wald und mied meistens menschliche Kontakte. Der ehemalige DDR-Beamte leidet unter Schizophrenie, was eine Wiedereingliederung sehr schwierig gestaltete, vor allem da der 42-Jährige sich seine Erkrankung keinesfalls zugestand.

Eher aus Neugier schaute Herr O. eines Tages in die neueröffnete Reso-Station. Dort wurde er freundlich aufgenommen und zum Essen eingeladen. Nach einer Weile kam Johannes O. regelmäßig zum Kochen und zum Reden. Der Komfort von Strom, elektrischem Licht und fließend heißem Wasser machte für ihn das Wohnen in einer gewöhnlichen Wohnung schmackhaft. Und so hat er sich nach vielen Jahren endlich von seiner gesetzlichen Betreuung helfen lassen, eine Wohnung zu finden und zu beziehen.

Nach der langen Zeit in der Natur war Johannes O. leider mit der Wohnung überfordert. Er zog wieder aus und wanderte in den Osten Deutschlands, wo er freiwillig in eine Einrichtung ging, um sich therapieren zu lassen. Er hat sich die Erkrankung endlich eingestanden.

Jonathan E.

Jonathan E. hat zwei Jahrzehnte Straßenleben hinter sich. Nach einem Wechsel des Vermieters verlor der ehemalige Kleinunternehmer seinen Unternehmensstandort in Duisburg. Mit seiner Familie zog er nach Trier, schaffte es aber nicht einen neuen Kundenstamm aufzubauen. Die Ehe begann zu kriseln und nach der Scheidung gab der heute 65-Jährige sein Unternehmen auf. Er veräußerte seinen gesamten Besitz und überschrieb das Geld seinen zwei Töchtern. Danach ging er in die Obdachlosigkeit.

Wegen Alters-Diabetes hatte Jonathan E. eine nicht heilende offene Wunde am Fuß. Während einer Reise durch Paris im Jahr 2010 infizierte sich die Wunde durch die unhygienischen Zustände, in die der Mann lebte. Der Fuß musste amputiert werden. Jonathan kehrte im Rollstuhl zurück nach Trier, wo er vom Betteln lebte.

Emotionale Verletzungen und psychische Probleme bereiteten ihm derartige Schwierigkeiten, dass er sich alleine nicht in der Lage sah staatliche Bezüge geltend zu machen und sich krankenversichern zu lassen. Ein EinTritt-Mitarbeiter überzeugte Herrn E. in die Reso-Station der Kampagne zu ziehen. Von dort aus wurden Bezüge und Krankenversicherung organisiert. Jonathan E., der seit seinem Krankenhausaufenthalt in Paris kein Alkohol mehr trinkt, nahm auch Kontakt zu seinen Töchtern auf. Er möchte zusammen mit Robert P. eine Wohngemeinschaft gründen, da sich beide gegenseitig ergänzen und sonst allein wären.

Joshan B.

Joshan B. kam aus Albanien. Nach zehn Jahren herumirren auf dem europäischen Kontinent, hoffte er in Deutschland wieder ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Herr B. besaß vor über zehn Jahren eine kleine Firma in Albanien.

Leider hat sich der diplomierte Nuklearelektroniker mit kriminellen Kreisen eingelassen. Als er sich von ihnen trennen wollte, rückten sie ihm auf die Pelle. Er floh und ließ seine Frau und zwei Kinder zurück. Auf seiner Reise entwickelte Joshan B. eine ausgeprägte Paranoia.

Er wurde in der Reso-Station aufgenommen, von wo aus er sein Leben neu organisieren konnte. Er nahm auch Kontakt zu seiner Frau und seiner Tochter auf. Sprachliche und psychische Schwierigkeiten erschwerten allerdings die Arbeit mit Herrn B. Er verließ deshalb die Reso-Station noch im Dezember 2011 mit dem eigenen Fahrzeug.

Jörg B.

Der Weg von Jörg B. war wesentlich schwerer als der von anderen und hat unseren Mitarbeitern viel Kraft gekostet. Der an Polytoxikomanie erkrankte Straßenmusiker konnte aufgrund von Polyneuropathie kaum noch laufen. Der 40-Jährige war wegen seinen zahlreichen Erkrankungen nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen, geschweige denn die ihm zustehende sozialstaatliche Unterstützung zu beantragen. Ohne die Hilfe seiner ebenfalls obdachlosen Freunde hätte er möglicherweise den Winter 2009/2010 nicht überlebt.

Nachdem Jörg B. den Mut fasste und Trier bewegt eine Vollmacht unterschrieb, konnte der bürokratische Marathon begonnen werden. Nach dem Ausfüllen zahlreicher Formulare und dem Beantragen von verlorengegangenen Dokumenten, wurde er nach einem Monat Auseinandersetzung mit Behörden und Krankenkasse in die Fachklinik Vielbach eingewiesen.  Dort wurde unter anderem ein stark entwickeltes Korsakow-Syndrom (Gedächtnisstörungen) festgestellt. Daraufhin wurde Herr B. zur Fachklinik Eußerthal weitervermittelt.

Obwohl die zuständigen Ärzte und die EinTritt-Mitarbeiter vehement für eine gesetzliche Betreuung plädierten, wurde dem von seitens des Betreuungsamtes nicht zugestimmt. Auch andere Behörden und die Krankenkasse stellten sich quer, so dass es für die Therapie im Nachhinein keine Kostenzusage mehr gab und Herr B. ohne einen Cent seine Tage in der Klinik verbringen musste. Viele Menschen hätten bei dem Druck, die Therapie durchzustehn, während dessen ohne Geld auskommen und schnellsten eine Krankenversicherung bekommen zu müssen, sicherlich aufgegeben. Herr B. allerdings vergaß wegen seiner Erkrankung die bestehenden Probleme innerhalb von Minuten.

Doch ohne angemessene Betreuung war der Rückfall dennoch vorprogrammiert. Alten Verhaltensmustern folgend und ohne sich an die erfolgreich abgeschlossene Suchtherapie zu erinnern, folgte Jörg B. einer Einladung auf ein Bier. Das genügte um den ehemailgen Suchtdruck wieder zu erlangen. Er begann wieder zu trinken, verlor durch den Alkohol seine Unterkunft und  stoppte damit den Regenerierungsprozess der Fußkrankheit und des Korsakow.

Erst nach der Intervention des Ministeriums für Soziales wurde nach sieben Monaten einer gesetzlichen Betreuung dann doch zugestimmt. Der gesetzliche Betreuer mobilisierte Herrn B. mit der Hilfe von "Die Tür" e.V. noch vor Einbruch des Winters 2011, so dass Jörg B. den Mut erneut fasste, sich in stationärer Behandlung zu begeben. Seit einigen Monaten kann er nun in einer angemessenen Umgebung rehabilitieren.

Konrad K.

Durch Bewohner der Reso-Station kam Konrad K. zu EinTritt. Der 34-Jährige schaffte nach einem Aufenthalt in der Justizvollzugsanstalt den Wiedereinstieg nicht. Durch einen darauf folgenden Suizidversuch verursachte er sich schwere Kopfverletzungen. Psychische Schwierigkeiten waren die Folge. Er entwickelte ein starkes Misstrauen gegenüber Menschen, insbesondere Personen von Institutionen und Behörden. Deshalb nahm er auch keinerlei Unterstützung in Anspruch. Doch das niedrigschwellige Angebot der Reso-Station gefiel ihm und er verbrachte immer mehr Zeit mit den Bewohnern.

Konrad K. sah gemeinsam mit Bewohnern Filme und spielte Computerspiele oder Fußball im Park. Er gewann mehr und mehr Vertrauen und so konnten ihn Raimund Ackermann vom Streetwork e.V. und ein Amtsarzt vom Gesundheitsamt nach einiger Zeit davon überzeugen, den Winter im Obdachlosenasyl der Caritas Trier zu verbringen. Dort erhielt Konrad K. finanzielle Unterstützung vom Staat, neue Kleider und die Möglichkeit in einer Werkstatt der Caritas zu arbeiten. Konrad K. nahm das Angebot nun an und begann damit sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen. Momentan lebt er noch im Heim.

Louis P.

Louis P. ist Bäckermeister und besaß einmal eine Bäckerei in Frankreich. Durch einen Motorradunfall fiel der heute 52-Jährige ins Koma. Als er aus dem Koma erwachte, musste er seinen Betrieb aufgeben und entwicklete eine Spielsucht, die ihn um sein gesamtes Vermögen brachte. Seine Frau verließ ihn und er wurde obdachlos.

In Trier aufgeschlagen nahmen ihn Bewohner mit zur Reso-Station. Er zog dort ein und erhielt auch finanzielle Unterstützung. Louis P. nahm Kontakt zu seiner Tochter auf und half bei den Renovierungsarbeiten in der Reso-Station. Seine Spielsucht wollte er nicht therapieren lassen. Herr P. zog nach Frankfurt.

Manuel D.

Manuel D. wollte in Trier nur überwintern. Der diplomierte Ökonom und examinierter Krankenpfleger kam dazu in die Reso-Station von EinTritt, wo er tatkräftig beim Tagesablauf mithalf. Der 34-Jährige verlies nach einem Ehebruch Frau und Kind und ging freiwillig in die Obdachlosigkeit. Nach einigen Jahren auf der Straße erkrankte er an einem bösartigen Krebstumor. Um mit sich und seinem Gott im Klaren zu sein, wollte er zu einem Wallfahrtsort pilgern. Doch es kam anders.

Manuel D. schloss über die Wintermonate feste Freundschaften mit EinTritt-Klienten und Mitarbeitern. Im März 2011 machte er sich auf den geplanten Weg zum Wallfahrtsort. Im Juli stand er wieder vor der Tür des Projektleiters mit einem Lächeln im Gesicht. Er erzählte, dass er im Ausland eine wundervolle gemeinnützige Arbeit und eine nette Wohngemeinschaft gefunden hat. Jetzt wohnt er an der Küste am Fuße eines Gebirges. Auch seine Gesundheit verbesserte sich, wie er freudestrahlend zeigen konnte.

Er nahm extra Urlaub um sich bei EinTritt persönlich zu bedanken und zu verabschieden. Das Aussteigerdasein hat er hinter sich gelassen. Manuel D. möchte bei seinem Arbeitgeber bleiben und den Rest seiner Tage mit schönen und sinnvollen Dingen verbringen.

Matthias K.

Matthias K. war eigentlich nur auf der Durchreise. Die stetige Begleiterin und einzige Vertraute des gesellschaftlich isolierten Obdachlosen war seine Katze Skambi. Sie half ihm die bittere Einsamkeit, die das Straßenleben mit sich bringt, zu überwinden und nicht in den Wahnsinn getrieben zu werden, wie er selbst sagt. Doch das innige Verhältnis zu seiner Katze wurde durch eine Auseinandersetzung mit einem Polizeibeamten beendet. Dabei ging es um einen missverständlichen Wortwechsel, wobei die schockierte Katze floh und Herr K. den Beamten daraufhin beleidigte. Dieser brachte die Beleidigung zur Anzeige.

Um auf den Prozess zu warten, hielt sich Herr K. in Trier auf, wo ein EinTritt-Mitarbeiter auf ihn Aufmerksam wurde. Nach einigen Gesprächen zog Matthias K. als erste Person in die neu angemietete Reso-Station der Kampagne. Dort wurde er angemeldet und erhielt eine staatliche Unterstützung in Form von Hartz IV. Mit Fleiß half er bei den Renovierungsarbeiten und beschloss seinen allabendlichen Alkoholkonsum aufzugeben. Er zeigte sich begeistert von der Idee der Re-Integration und stellte Verbindungen zu anderen Obdachlosen mit EinTritt her.

Die Richterin des Amtsgerichts zeigte sich bei dem Prozess aufgrund seiner Bemühungen milde und konnte die Differenzen zwischen ihm und den Polizeibeamten einvernehmend beilegen.

Einige Monate später besuchte der 54-jährige Matthias K. seine Mutter um frühere Konflikte auszusöhnen. Von ihr erhielt er die Nachricht, dass seine geschiedene Frau und sein Sohn in einer französischen Großstadt leben, worauf er nach Frankreich reiste. Durch einen glücklichen Zufall traf er tatsächlich seinen Sohn. Matthias K. ist bei ihm geblieben. Er fand eine Wohnung mit der Möglichkeit zum Einkommenserwerb und schrieb den EinTritt-Mitarbeitern noch viele Monate später bunte Postkarten.

Robert P.

Robert P. ist ein Freund von Armin G., Jörg B. und Elke M. und lebte mit ihnen zusammen in dem Hinterhof eines leerstehenden Wohnhauses. Der aus Tschechien stammende 34-Jährige verlor als Kind beide Eltern. Früh zog es ihn hinaus in die Welt. Er bereiste bis auf zwei Länder alle europäischen Nationen, spricht mehrere Sprachen und schlug sich mit Gelegenheitsjobs und Straßenmusik durch. Auf seiner Reise begann er mit Drogen zu experimentieren und exzessiv Alkohol zu trinken.

Herr P. besitzt deutsche Wurzeln und strandete letztendlich in Trier, wo er sich einer Gruppe Obdachloser anschloss. Hier traf er auf EinTritt und lies sich nach Monaten Arbeit und einem Durchschnittspromillewert von über vier kurz vor dem Winter 2010/2011 motivieren, eine Suchtklinik aufzusuchen. Die Therapie wurde erfolgreich abgeschlossen und Robert P. zog in die Reso-Station von EinTritt. Nach einigen Gelegenheitsjobs bekam er eine feste Anstellung und engagierte sich fleißig in der Obdachlosen-Initiative.

Psychische Probleme sowie ein intensiver Liebeskummer brachten Herrn P. zu einem Rückfall. Robert P. überlegte sich einige Wochen lang, ob für ihn eine zweite Therapie Sinn machen würde. Unterstützt von EinTritt-Mitarbeitern und Klienten beschloss er es noch einmal zu wagen und lies sich in die Fachklinik Vielbach einweisen.

Dort konnte ihm nicht nur bei der Überwindung der Sucht geholfen werden. Robert P. fand großes Interesse und starken Halt in der Religion und zahlreiche neue Hobbys. Nach seiner Therapie möchte er nach Trier zurück, wo ihn schon eine Festanstellung erwartet.

Sebastian H.

Sebastian H. ist Vater von zwei Kindern. Der 33-Jährige begann mit seiner Lebensgefährtin eine Drogenkarriere, weshalb das Jugendamt ihnen die Kinder wegnahm und in die Obhut seiner Mutter übergab. Nach zahlreichen Rückschlägen im Leben machte das Paar Schluss mit dem Drogenkonsum, doch trennte es sich danach im Streit. Beide verließen die gemeinsame Wohnung und Sebastian H. wurde obdachlos.

Er schlief in einer Parkanlage, wo er von EinTritt-Mitarbeitern angesprochen wurde. Sebastian H. wünschte sich nichts mehr, als Stabilität und am Leben seiner Kinder teilhaben zu dürfen. Er zog in die Reso-Station ein, von wo aus mit der Schuldenregulierung und der Arbeitssuche begonnen wurde. Zuerst kam Herr H. beim Deutschen Roten Kreuz unter, wo er sehr glücklich war. Doch wegen besseren Verdienstmöglichkeiten wechselte er in eine Fabrik. Sebastian H. half in seiner Freizeit bei der Betreuung von EinTritt-Klienten mit größeren Schwierigkeiten.

Heute lebt er in einer Wohngemeinschaft, hilft am Wochenende seiner Mutter mit den Kindern und geht fleißig seiner Arbeit nach. Herr H. verfolgt ein Ziel, er möchte nicht nur die Erziehung seiner Kinder wieder übernehmen, Sebastian H. möchte sich eine Existenz aufbauen.

Wilhelm W.

Wilhelm W. kam als Gast zur Reso-Station. Der deutsch-französisch Stämmige hatte noch mentale Kraft, nur keine Motivation mehr. Nach dem Verlust der Arbeitsstelle und der Trennung mit seiner Lebensgefährtin zog es ihn auf die Straße. Dort verbrachte der 43-Jährige einige Zeit und griff immer öfters zur Flasche.

Wilhelm W. lies sich moralisch aufbauen und beschloss den Rest des Weges alleine zu gehen. Heute wohnt er mit einer neuen Lebensgefährtin zusammen, arbeitet in einer kleinen Firma und schaut ab und zu vorbei um Hallo zu sagen. Das Trinken hat er aufgegeben.

Henry A.

Henry A. zählt zu den immerwiederkehrenden Gästen der Reso-Station. Mit einer langjährigen Drogenkarriere hat er sich ins soziale Abseits manövriert. Therapie und Betreuung haben ihm dort nicht rausgeholfen, denn nach dem Heroin kamen Alkohol und Medikamentenabhängigkeit.


Henry A. kommt um der sozialen Kontakte wegen. Sie helfen ihm ein wenig der Einsamkeit zu entfliehen. Am Heilig Abend feierte er im Kreis Ehrenamtlicher seit langer Zeit wieder Weihnachten. Nach der erlebten menschlichen Nähe und ausführlichen Gesprächen besuchte er nach acht Jahren Meidung seine Familie.


Er würde bei Verwanden eine Arbeitsstelle erhalten, doch müsste er zuvor eine Therapie erfolgreich abschließen. Henry A. spielt mit dem Gedanken sein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Wir hoffen sehr, dass er den Mut dazu findet.