Skip to Content

EinTritt

Die Obdachlosen-Initiative EinTritt

Obdachlose Menschen sind sozial isoliert, dabei können zwischenmenschliche Kontakte ihnen den Mut zur Re-Integration schenken. © Trier bewegt e.V.Die Initiative „EinTritt“, die 2010 vom gemeinnützigen Verein Trier bewegt e.V. ins Leben gerufen wurde, ist ein Zusammenschluss von Freiwilligen, die sich der Rehabilitation, Resozialisierung und Reintegration von obdachlosen Menschen verschrieben haben. Getreu unserem Grundsatz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, wollen wir diesen Menschen, die oft jahrelang am Rande der Gesellschaft ihr Dasein fristen mussten, ein neues Selbstbewusstsein geben und ihnen Werkzeuge und Fähigkeiten an die Hand geben, mit deren Hilfe sie wieder am Gesellschafts- und Arbeitsleben teilnehmen können. EinTritt weigert sich, Obdachlosigkeit als unlösbare gesellschaftliche Tatsache hinzunehmen und leistet deswegen direkt und unmittelbar Hilfe und beabsichtigt, sowohl die Politik als auch die Öffentlichkeit für das Anliegen der Betroffenen zu sensibilisieren. Wir arbeiten mit Menschen zusammen, die oft jahrelang arbeits- und obdachlos waren und ein ausgegrenztes Leben im Elend und Schmutz führen mussten. Die Öffentlichkeitsarbeit der Initiative begleitet das Hauptprojekt, das aus drei Phasen inklusive Präventionsarbeit besteht:


•    Vertrauensbildung und Mobilisierung
Der ErsEin niederschwelliges Wohnangebot hilft sich an ein Wohnen-im-Haus zu gewöhnen. © Trier bewegt e.V.tkontakt mit den Betroffenen findet auf der Straße statt. Über regelmäßige Gespräche wird eine Beziehung zu den Obdachlosen aufgebaut. Sie können so aus ihrer oft über Jahre währenden Isolation ausbrechen und aus dem ihnen entgegengebrachten Mitgefühl neuen Lebensmut schöpfen. Wenn ein Vertrauensverhältnis zwischen EinTritt und den Obdachlosen geschaffen wurde, dann beginnt die eigentliche Wiedereingliederung ins das Gesellschaftsgefüge. EinTritt unterstützt obdachlose Menschen bei Behördengängen und der Beschaffung von erforderlichen Unterlagen. Diese Form der direkten und unmittelbaren Mobilisierung von Betroffenen ist einzigartig in Rheinland-Pfalz und auch in anderen Bundesländern kaum vertreten.

•    Rehabilitation und Resozialisierung
In den meisten Fällen ist es notwendig, dass sich die Betroffenen einer Suchttherapie unterziehen, denn viele Obdachlose greifen in dem verzweifelten Versuch, ihr von Vereinsamung und gesellschaftlicher Stigmatisierung geprägtes Leben erträglich zu machen, zur Flasche oder Spritze und stürzen so in die Sucht ab.
Nach einer erfolgreichen Suchttherapie beginnt die Problembearbeitung und die gesellschaftliche Wiedereingliederung. © Trier bewegt e.V.Hierbei arbeitet EinTritt mit der Fachklinik Vielbach im Westerwald zusammen, um schnelle Hilfe ohne bürokratische Hürden leisten zu können.
Auch während des Klinikaufenthalts steht EinTritt mit den Teilnehmern der Rehabilitationsmaßnahmen in Verbindung. Die nächsten Schritte bestehen in der Organisation einer geeigneten Unterkunft und einer häufig erforderlichen Schuldenregulierung. Der Trägerverein Trier bewegt e.V. bietet zu diesem Zweck eine kostenlose, professionelle Schuldnerberatung an. Des Weiteren bemüht sich EinTritt, wenn sinnvoll und möglich, um die (Re-)Aktivierung von familiären und freundschaftlichen Kontakten, um den ehemaligen Obdachlosen den nötigen sozialen Rückhalt zu geben.  

•    Reintegration
In diese Phase werden Maßnahmen unternommen, um die Betroffenen wieder so weit wie möglich ins Gesellschafts- und vor allem Arbeitsleben zu (re-)integrieren.
Zum Wiedereinstieg ins Berufsleben gehört auch die Reanimierung von Fähigkeiten und Kenntnissen. © Trier bewegt e.V.Nicht wenige Ex-Obdachlose benötigen eine Arbeitsrehabilitation. Zu diesem Zweck betrieb Trier bewegt e.V. einen Fair-Trade-Stand auf dem Trierer Hauptmarkt. Hier wurden den Betroffenen unter professioneller Betreuung Arbeits- und Tagesstrukturen vermittelt. Sie verkauften, frei von betriebswirtschaftlichem Druck, zertifizierte Fair-Trade-Produkte, die aus Entwicklungshilfeprojekten stammten, was Kleinbauern und Familienbetrieben in wirtschaftlich benachteiligten Ländern zugute kam. So (re-)aktivierten die ehemaligen Obdachlosen arbeitsrelevante Fähigkeiten, gewannen durch diese sinnvolle Arbeit ein neues Selbstbewusstsein und halfen dabei, unsere Welt ein Stück gerechter zu machen.


Die ersten vier eigenen Wände nach vielen Jahren fanden die Teilnehmer in der Reso-Station von EinTritt. © Trier bewegt e.V.Über den Verlauf des gesamten Projektes wird aktiv Präventionsarbeit betrieben. Die Teilnehmer des Reintegrationsprojektes von EinTritt werden dazu ermutigt, so lange mit dem Trägerverein Trier bewegt e.V. in Verbindung zu stehen, wie sie wünschen. Auch eine über Jahre oder gar ein Leben lang währende Beziehung zu dem Verein ist nicht ausgeschlossen. Auch über eine mögliche Einbindung ins Vereinsleben kann einem Rückfall vorgebeugt werden. Und über diesen Weg können ehemalige Obdachlose auch ihre Erfahrungen mit anderen Betroffenen teilen.

Bisher wurden insgesamt 23 Menschen betreut und begleitet. Zehn Teilnehmer lebten über einen Monat in der vereinseigenen Resozialisierungsstation und vier weitere Betroffene nutzten sie auf regelmäßiger Basis, um Wäsche zu waschen, zu kochen, zu übernachten oder um einfach in ruhiger Atmosphäre ein Gespräch zu führen.

Die Initiative wurde Unterstützt von

     

        



                    

                     und