Papergirl Trier

Papergirl Trier

Papergirls sind unterwegs in der Stadt, um ihre Kunstwerke zu verschenken. © Trier bewegt e.V.

Die meisten von Ihnen kennen sicher das Bild vom amerikanischen Paperboy, der früh morgens auf seinem Fahrrad durch die Straßen fährt und pünktlich vor dem Frühstück die Zeitung abliefert. Für viele von uns ist es ganz normal, jeden Tag oder einmal in der Woche das Ortsblatt oder die abonnierte überregionale Zeitung im Briefkasten vorzufinden oder auch die aktuellen Nachrichten im Internet abzurufen. Aber wie oft kommt es vor, dass Kunst direkt bei Ihnen landet, beziehungsweise Ihnen vor die Füße geworfen wird, und das kostenlos? Mit „Papergirl“ wird genau diese Idee in die Tat umgesetzt: Kunst jeglicher Couleur wird ganz unmittelbar an den Mann oder die Frau gebracht.



Eine kleine Überraschung! © Trier bewegt e.V.Das ursprüngliche Papergirl-Konzept geht auf die Berliner Kunststudentin Aisha Ronniger zurück. 2006 kam Ronniger auf die Idee, von Freiwilligen jeden Alters und Geschlechts erstellte Bilder, Fotos, Sticker, Basteleien, Fotokopien, Grafiken oder Texte, beziehungsweise Kopien von diesen Arbeiten, in der Öffentlichkeit verteilen zu lassen. Dabei sind keine Profitinteressen vonseiten der KünstlerInnen oder VertteilerInnen mit im Spiel. Die Die Passanten sind begeistert. © Trier bewegt e.V.Förderung der Kunst selbst und die Freude der Leute über die oft aufwendig gestalteten Arbeiten sind unser Gewinn. Hintergrund dieser Aktion ist das in Berlin und anderen Städten bestehende Verbot, Poster, Bilder oder Plakate in öffentlichen Plätzen und Räumen anzubringen. Papergirl möchte Kunst allen Menschen zugänglich machen. Gruppen von FahrradfahrerInnen fahren durch die Stadt und händigen von ihnen selbst oder anderen KünstlerInnen erstellte und gesammelte Kunstwerke an zufällig ausgewählte PassantInnen aus. Der Überraschungseffekt ist dabei fest miteinkalkuliert: Die genaue Zeit und der Ort der Verteilung werden vorher nicht publik gemacht. Das Papergirl-Konzept hatte sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda innerhalb von wenigen Jahren über den ganzen Globus verbreitet. Ob nun in Istanbul, Barcelona, Leeds, Kapstadt, Braşov, Toronto, Belgrad, Hamburg, New York oder Mexico Stadt: Papergirl zeigt, dass Kunst die Welt zusammenbringen kann. Und Trier ist ein Teil davon.



Sammlung der Kunstwerke © Trier bewegt e.V.Pärchen beim Betrachten ihrer Geschenke. © Trier bewegt e.V.Am 04.01.2012 wurde Papergirl Trier von Mario Schmidt gegründet. Insgesammt fand die Aktion, die vom Programm für Kultur und Soziales (ProKS) des Trägervereins Trier bewegt unterstützt wurde, drei Mal in der Moselmetropole statt.

Eingeläutet wurde die Aktion mit dem Open Call. In der Aktionszeit konnten Kunstwerke jeder Art in den Annahmestellen eingereicht werden.

Die KünstlerInnen, sowohl Professionelle als auch Hobbykünstler, konnten, wie weiter oben angemerkt, ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Eingereicht wurde im Prinzip alles, was auf ein Stück Papier passt. Es gab nur vier Vorgaben:

•    Copyrights, Persönlichkeitsrechte, Markennamen etc. müssen unbedingt beachtet werden!
•    Die Kunstwerke sollten eine Größe von DIN A2 nicht überschreiten
•    Die Werke müssen rollbar sein
•    Kontaktdaten auf der Rückseite des Werkes sind zwecks Einordnung der Werke erwünscht, aber nicht zwingend notwendig

Alle Werke wurden vor der Aktion mehrere Wochen öffentlich bei HongAndFriends oder in der Tufa ausgestellt.

Im Anschluss folgte die urbane Aktion. Die Papergirls (und natürlich auch -boys) schwangen sich auf die Räder und verteilten die Kunstwerke in der Trierer Innenstadt. Die einzige Voraussetzung für eine Teilnahme war der Besitz eines Fahrrads. Getreu dem oben beschriebenen Papergirl-Konzept wurden die PassantInnen von den FahrradaktivistInnen spontan ausgewählt und überrascht. Und vielleicht wurd der oder die eine oder andere dadurch angeregt, auch künstlerisch tätig zu werden und seine/ihre Mitmenschen mit Kunst zu beschenken. 

Aktionskoordinator Mario Schmidt beim Verteilen von Kunstwerken. © Trier bewegt e.V.

Weitere Informationen und Updates zu Orten und Terminen können Sie der Website von Papergirl-Trier entnehmen: http://papergirl-trier.de/