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So hilft EinTritt - Ein Beispiel von 22 Menschenleben

Ohne Hilfe keine Chance! | © Trier bewegt e.V."Eine direkte Re-Integration obdachloser Menschen ist machbar", so urteilt die Kampagne EinTritt In anderen Worten: Es ist nicht nur eine vage Möglichkeit, sondern tatsächlich machbar Menschen aktiv behilflich zu sein, um diese aus dem Teufelskreis von Armut und Abhängigkeit zu befreien.  Durch Offenheit, direkten Umgang und offensive Bemühungen kann man durchaus auch großflächig Veränderung erreichen. So kann z.B. eine niedrigschwellige Unterbringung und die kontinuierliche Begleitung durch ein verständnisvolles Team, wie sie durch die Resozialisierungs-Station von EinTritt gewährleistet wird, den entscheidenden Schritt in die richtige Richtung darstellen, der das Leben von Menschen nachhaltig positiv beeinflusst.

Von Mai 2010 bis März 2012 konnte durch das Engagement von Ehrenamtlichen bisher 22 Personen auf dem Weg aus der Obdachlosigkeit geholfen werden. Diese 22 Menschen, die aus dem sozialen Sicherheitsnetz gefallen sind und alleine nicht die Kraft hatten zurück ins Leben zu finden, erhielten so eine zweite Chance. Doch nicht alle Fälle wurden zu einem wünschenswerten Ergebnis geführt. Für manche war das nur der erste Schritt auf einem langen Weg.

Im Folgenden soll ein kurzer Einblick in die Biografie dieser Menschen die Arbeit der Kampagne 'EinTritt - Die Würde des Menschen...' greifbar und verständlich illustrieren. Personen- und ortsbezogene Daten können zum Schutz der Privatsphäre verändert worden sein.

Armin G. war die erste Person, der vom EinTritt-Team aus der Obdachlosigkeit geholfen wurde. Jahrelang hatte der gelernte Schreiner und Vater von vier Kindern ein Leben am Rande des Existenzminimums geführt. Die Lage eskalierte, als ihm durch seine sich steigernde Alkoholabhängigkeit, verloren gegangene Post und verpasste Termine bei der ARGE die staatliche Unterstützung in Form von Hartz IV gestrichen wurde. Der Verlust seiner Wohnung und das darauf im November 2009 folgende Leben auf der Straße waren die schwerwiegenden Folgen...  >> Weiter! >>

Der Weg von Jörg B. war wesentlich schwerer als der von anderen und hat unseren Mitarbeitern viel Kraft gekostet. Der an Polytoxikomanie erkrankte Straßenmusiker konnte aufgrund von Polyneuropathie kaum noch laufen. Der 40-Jährige war wegen seinen zahlreichen Erkrankungen nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen, geschweige denn die ihm zustehende sozialstaatliche Unterstützung zu beantragen. Ohne die Hilfe seiner ebenfalls obdachlosen Freunde hätte er möglicherweise den Winter 2009/2010 nicht überlebt...  >> Weiter! >>

Robert P. ist ein Freund von Armin G.Jörg B. und Elke M. und lebte mit ihnen zusammen in dem Hinterhof eines leerstehenden Wohnhauses. Der aus Tschechien stammende 34-Jährige verlor als Kind beide Eltern. Früh zog es ihn hinaus in die Welt. Er bereiste bis auf zwei Länder alle europäischen Nationen, spricht mehrere Sprachen und schlug sich mit Gelegenheitsjobs und Straßenmusik durch. Auf seiner Reise begann er mit Drogen zu experimentieren und exzessiv Alkohol zu trinken...  >> Weiter! >>

Elke M. lebte zusammen mit Armin G., Jörg B. und Robert P. auf der Straße. Der Kontakt mit Elke M. bewegte sie dazu, sich eigenständig nach einer Unterkunft zu bemühen und ihren Alkoholkonsum einzuschränken. Freunde haben die 42-Jährige aufgenommen und geholfen ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Die Obdachlosenszene meidet sie heute.

Matthias K. war eigentlich nur auf der Durchreise. Die stetige Begleiterin und einzige Vertraute des gesellschaftlich isolierten Obdachlosen war seine Katze Skambi. Sie half ihm die bittere Einsamkeit, die das Straßenleben mit sich bringt, zu überwinden und nicht in den Wahnsinn getrieben zu werden, wie er selbst sagt. Doch das innige Verhältnis zu seiner Katze wurde durch eine Auseinandersetzung mit einem Polizeibeamten beendet. Dabei ging es um einen missverständlichen Wortwechsel, wobei die schockierte Katze floh und Herr K. den Beamten daraufhin beleidigte. Dieser brachte die Beleidigung zur Anzeige...  >> Weiter! >>

Rudolf S. hatte Streit mit seiner Freundin, die ihn kurzerhand vor die Tür setzte. Der 53-jährige Arbeitslose befand sich nun im Teufelskreis: keine Arbeit, dann auch keine Wohnung - keine Wohnung, dann auch keine Arbeit. So lebte er einige Monate auf der Straße, wo er von den Erfolgen von EinTritt erfuhr und bei unseren Mitarbeitern um Hilfe bat. Diese konnten ihm mit Unterstützung von Raimund Ackermann des Streetwork Trier e.V. bei der Vermittlung einer Arbeitsstelle und einer Wohnung helfen. Herr S. wechselte später seinen Arbeitgeber und begann sich ebenfalls für andere Obdachlose sowie bei seinem Vermieter als Hausmeister zu engagieren.

Manuel D. wollte in Trier nur überwintern. Der diplomierte Ökonom und examinierter Krankenpfleger kam dazu in die Reso-Station von EinTritt, wo er tatkräftig beim Tagesablauf mithalf. Der 34-Jährige verlies nach einem Ehebruch Frau und Kind und ging freiwillig in die Obdachlosigkeit. Nach einigen Jahren auf der Straße erkrankte er an einem bösartigen Krebstumor. Um mit sich und seinem Gott im Klaren zu sein, wollte er zu einem Wallfahrtsort pilgern. Doch es kam anders...  >> Weiter! >>

Der aus Luxemburg stammende Francois A. war Gast in der Reso-Station und lies sich von der Bewegung "Weg von der Straße" anstecken, doch weigerte er sich eine Suchttherapie in Anspruch zu nehmen. Auf eigene Faust den Alkoholkonsum unter Kontrolle zu bekommen, war schwer. Doch bewies Herr A. viel Ausdauer und gab die Hoffnung nicht auf. Da kam die Haftstrafe wegen unbezahlter Rechnungen gelegen, denn diese brachte eine medizinisch betreute Entgiftung mit sich...  >> Weiter! >>

Louis P. ist Bäckermeister und besaß einmal eine Bäckerei in Frankreich. Durch einen Motorradunfall fiel der heute 52-Jährige ins Koma. Als er aus dem Koma erwachte, musste er seinen Betrieb aufgeben und entwicklete eine Spielsucht, die ihn um sein verbliebenes Vermögen brachte. Seine Frau verließ ihn und er wurde obdachlos...  >> Weiter! >>

Johannes O. wohnte im Wald und mied meistens menschliche Kontakte. Der ehemalige DDR-Beamte leidet unter Schizophrenie, was eine Wiedereingliederung sehr schwierig gestaltete, vor allem da der 42-Jährige sich seine Erkrankung keinesfalls zugestand...  >> Weiter! >>

Heinz K. lebte unerlaubterweise in der Gartenlaube eines Kleingartenvereins und vom Pfand gesammelter Flaschen. Herr K. war einst Kellner gewesen, doch musste der 46-Jährige seine Lebenspläne über Bord werfen, als er seine Arbeitsstelle verlor. Eine neue fand er nicht mehr. Die Schulden nahmen zu und irgendwann verlor er seine Wohnung...  >> Weiter! >>

Raphael L. war Wandergeselle. Der 27-Jährige Zimmermann kehrte nach Beendigung seiner Walz nicht mehr nach Hause zurück. Das Reisefieber hatte ihn fest in seinem Bann. Herr L. kam nach Trier und lebte einige Monate in der Reso-Station, wo er sich ehrenamtlich engagierte. Nach den vielen Erlebnissen mit den Bewohnern, die meistens unfreiwillig auf der Straße lebten, beendete er prompt seine Walz und ging zurück zu seiner Familie. Nach etwa zwei Monaten in der Heimatstadt nahm er eine befristete Stelle in Norwegen auf.

Sebastian H. ist Vater von zwei Kindern. Der 33-Jährige begann mit seiner Lebensgefährtin eine Drogenkarriere, weshalb das Jugendamt ihnen die Kinder wegnahm und in die Obhut seiner Mutter übergab. Nach zahlreichen Rückschlägen im Leben machte das Paar Schluss mit dem Drogenkonsum, doch trennte es sich danach im Streit. Beide verließen die gemeinsame Wohnung und Sebastian H. wurde obdachlos...  >> Weiter! >>

Der 38-jährige Hartz-IV-Empfänger Jens L. verlor seine Wohnung im November 2011. Nur blieb er nicht besitzlos. Seine umfangreiche Büchersammlung von 15 vollen Kartons flog mit ihm auf die Straße. Jens L. war sehr bemüht schnell eine Lösung zu finden und so stieß er bald auf EinTritt. Zusammen konnte trotz katastrophaler Wohnraumsituation eine Wohnung gefunden werden. Jens L. zog dort noch im Dezember ein.

Der 20-Jährige Daniel M. sank durch Straftaten immer weiter nach unten. Es war nicht die Schwere der Taten als vielmehr die Wiederholung, die ihn in die Vollzugsanstalt brachte. Nach dem Absitzen seiner Strafe fand er keine Wohnung und keine Arbeit. Der Alkoholkonsum nahm zu...  >> Weiter! >>

Joshan B. kam aus Albanien. Nach zehn Jahren herum irren auf dem europäischen Kontinent, hoffte er in Deutschland wieder ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Herr B. besaß vor über zehn Jahren eine kleine Firma in Albanien...  >> Weiter! >>

Wilhelm W. kam als Gast zur Reso-Station. Der deutsch-französisch Stämmige hatte noch mentale Kraft, nur keine Motivation mehr. Nach dem Verlust der Arbeitsstelle und der Trennung mit seiner Lebensgefährtin zog es ihn auf die Straße. Dort verbrachte der 43-Jährige einige Zeit und griff immer öfters zur Flasche...  >> Weiter! >>

Alexandra L. ist 15 Jahre alt und davon gelaufen. Sie befand sich in einer psychiatrischen Klinik. Ein Mann aus der Trierer Obdachlosenszene brachte sie zur Reso-Station. Von dort aus wurde Kontakt zu den besorgten Eltern des Mädchens aufgenommen. Alexandra L. konnte heil zurück gebracht werden.

Durch Bewohner der Reso-Station kam Konrad K. zu EinTritt. Der 34-Jährige schaffte nach einem Aufenthalt in der Justizvollzugsanstalt den Wiedereinstieg nicht. Durch einen darauf folgenden Suizidversuch verursachte er sich schwere Kopfverletzungen. Psychische Schwierigkeiten waren die Folge. Er entwickelte ein starkes Misstrauen gegenüber Menschen, insbesondere Personen von Institutionen und Behörden. Deshalb nahm er auch keinerlei Unterstützung in Anspruch. Doch das niedrigschwellige Angebot der Reso-Station gefiel ihm und er verbrachte immer mehr Zeit mit den Bewohnern...  >> Weiter! >>

Jonathan E. hat zwei Jahrzehnte Straßenleben hinter sich. Nach einem Wechsel des Vermieters verlor der ehemalige Kleinunternehmer seinen Unternehmensstandort in Duisburg. Mit seiner Familie zog er nach Trier, schaffte es aber nicht einen neuen Kundenstamm aufzubauen. Die Ehe begann zu kriseln und nach der Scheidung gab der heute 65-Jährige sein Unternehmen auf. Er veräußerte seinen gesamten Besitz und überschrieb das Geld seinen zwei Töchtern. Danach ging er in die Obdachlosigkeit...  >> Weiter! >>

Michael F. las in der Zeitung von Armin G. und Robert P. und will auch der Straße entfliehen. Der 50-Jährige Elektriker ist Gast in der Reso-Station und schläft dort gelegentlich. Gerne würde er irgendwo fest wohnen, doch der allabendliche Alkoholkonsum beeinflusst ihn zu stark um alleine eine Wohnung zu finden. Sein Vertrauen in andere Personen ist auch noch zu schwach, um sich damit helfen zu lassen. Wenn er den nötigen Antrieb für eine Alkoholtherapie bekommt, wird EinTritt ihm dabei unterstützen.

Henry A. zählt zu den immerwiederkehrenden Gästen der Reso-Station. Mit einer langjährigen Drogenkarriere hat er sich ins soziale Abseits manövriert. Therapie und Betreuung haben ihm dort nicht rausgeholfen, denn nach dem Heroin kamen Alkohol und Medikamentenabhängigkeit...  >> Weiter! >>